Winter Go Away ©Anna Moiseenko

©Nikolay Oleynikov / Arcadiy Kots

Chto Delat?

Talk, Festivalzentrum
Donnerstag, 16. Mai, 18.30 Uhr

WINTER, GO AWAY! Zeitgenössische Protestkultur in Russland

Mit: Anna Ceeh (AT/RU), Arkadiy Kots Band (RU), Anna Moiseenko (RU), Nikolay Oleynikov / Chto Delat? (RU), Moderation: Ekaterina Shapiro-Obermair (Künstlerin und Kuratorin) (AT/RU)

 

In englischer Sprache

Nightline, 21 Uhr

Eintritt frei

 

Nicht erst seit dem Prozess gegen Pussy Riot gehören Repressionen gegen Künstler in Putins Russland zur Tagesordnung. Diese immer stärker auch in Koalition mit der Orthodoxen Kirche praktizierte massive Einschüchterung und Zensur der Meinungsfreiheit schreckt dabei auch nicht vor Gewalt und Mord zurück (man denke nur an die 2006 getötete Journalistin Anna Politkowskaja oder die 2009 ermordeten Menschenrechtsaktivisten Natalja Estemirowa und Andrej Kulagin). Dennoch gibt es ein vielschichtiges Netz zeitgenössischer russischer Protestkultur, die sich, wie etwa Arkadiy Kots Band, auch immer wieder auf das revolutionäre Erbe der sowjetrussischen Avantgarden der 1920er Jahre berufen. Neben Pussy Riot und der satirischen Bewegung der blauen Eimer gehören die Streetart-Aktionen des Kollektivs Voina (dt. Krieg) zu den wohl bekanntesten und spektakulärsten künstlerischen Protest-Interventionen im öffentlichen Raum. Als sie einen riesigen Penis auf eine der ausklappbaren Brücken von St. Petersburg malten, staunte nicht nur die Weltöffentlichkeit über diesen Coup. Auch der russische Geheimdienst FSB war verblüfft – erhob sich der Penis doch direkt vor dessen Hauptgebäude. Aber auch Chto Delat? (dt. Was ist zu tun?) spielen mit den Mitteln der Groteske (wie bei Brechts epischem Theater) und verwandeln dabei schon mal die mit Hühnerbeinen bestückte Hütte der Hexe Baba Yaga in das Weiße Haus oder stellen Matroschkas mit Stalin-Antlitz aus. Die junge Filmemacherin Anna Moiseenko zeigt Auszüge aus ihrer teilgestalteten Dokumentation »Winter, Go Away!«, einer Chronik über die sogenannten Winter-Proteste in Russland 2012.

Fotos von Into the City auf flickr
Into the City auf Facebook